Expedition1000GER

Expedition1000GER Teil 6 – Schlussspurt im echten Norden

Der Urlaubär berichtet von seinen Erlebnissen während seiner Fahrradtour mit Chris

Was bisher geschah …

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»» Expedition1000GER Teil 3 – Weltuntergang in Thüringen
»» Expedition1000GER Teil 4 – Halbzeit und mehr
»» Expedition1000GER Teil 5 – Zwischenstopp in der Notaufnahme

Bestens ausgeruht – und Dank einer großen Tasse Kaffee mit ordentlich Koffein in der Blutbahn – verlassen Chris und ich den Campingplatz in Soltau.

Gemütlich radeln wir weiter entlang der Bundesstraße 3, ehe wir auf eine Landstraße in Richtung Hamburg abbiegen. Langsam aber stetig lassen wir Kilometer für Kilometer hinter uns, wobei wir mehrere kleine Dörfer am nördlichen Rand der Lüneburger Heide durchfahren. Nach über 50 Kilometern erreichen wir das Städtchen Hittfeld an der Grenze zu Hamburg. Kaum haben wir das Ortseingangsschild passiert, fängt es mal wieder an zu regnen. Wie soll es auch anders sein. Dieser Trip steht wettermäßig wirklich unter keinem guten Stern und ich beginne zu glauben, dass der Wettergott kein Bär ist. Denn Sonnenschein ist mir als Urlaubär wesentlich lieber!

Chris stülpt sich schnell seinen selbst gebastelten Regenponcho über und schon geht es weiter, denn besseres Wetter ist nicht in Sicht. Doch wir wollen heute noch das nördliche Ende von Hamburg erreichen. Dort haben wir heute Nacht vor, die Couch eines Freundes von Chris zu „crashen“.

Die Strecke der Expedition1000GER durch Deutschland
Die Strecke der Expedition1000GER durch Deutschland© ferienwohnungen.de

Um durch Hamburg zu navigieren, folgen wir den entsprechenden Radwegschildern. Das hatte bisher auch immer ganz gut funktioniert … Heute aber leider nicht. An einigen Stellen führen die Schilder uns sprichwörtlich ins Nichts, was angesichts der Wetterlage für einige Frustrationen sorgt. Dass uns das ausgerechnet in Hamburg passiert überrascht uns sehr, da diese Stadt doch als Fahrradstadt bekannt ist und unter anderem Austragungsort für Radevents wie das Cyclassics ist. Zudem weht ein kühler Wind. Daher bin ich ein weiteres Mal froh, dass ich als Urlaubär ein dickes Fell habe.

Chris hingegen wirkt nicht so glücklich. Wenn man zu Hause im Warmen und Trockenen sitzen würde, dann könnte man sagen, dass es sich um ganz normales norddeutsches Schmuddelwetter handelt. Wenn man allerdings mit dem Fahrrad unterwegs ist, Regen auf einen niederprasselt und kalter Wind entgegenpustet, dann ist das einfach nur noch Sauwetter!

Der Himmel ist bedeckt mit dicken grauen Wolken, und der Regen wirkt wie ein dichter Schleier. Daher wirken die Lastkräne im Hamburger Hafen beim Überqueren der Elbe wie riesige Ungetüme aus Urzeiten, die sich hinter diesem Schleier zu verstecken versuchen.

Über diverse Umwege erreichen wir endlich die Wohnung von Chris‘ Freund, wo wir mehr als überschwänglich von Hasani, seinem Rhodesian Ridgeback, empfangen werden. Auch wenn wir zum wiederholten mal komplett durchnässt sind, fühlt es sich immer wieder gut an, endlich im trockenen zu sein. Zudem ist es schön, unter Freunden zu sein und dabei ein bisschen Zeit mit einem tierischen Kollegen zu verbringen, der genau versteht wie es ist mit seinem Kompagnon bei Wind und Wetter draußen unterwegs zu sein. Tipps zum Verreisen mit Hund gibt es in unserem Blog übrigens auch. 😉

Unterwegs ...
Unterwegs …© ferienwohnungen.de

Am nächsten Nachmittag verlassen wir Hamburg schon wieder über einige bucklige und von Baumwurzeln ausgebeulte Radwege. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Radrennen Cyclassics auf diesen Wegen nicht stattfindet.
Als wir die Grenze zu Schleswig-Holstein passieren sagen wir uns: Willkommen im „echten Norden“. Jetzt sind wir tatsächlich schon fast zurück in Flensburg. Es dauert jetzt nur noch zwei Tage bis wir wieder in unseren eigenen Betten schlafen können. Mit diesen positiven Gedanken schlagen wir uns heute noch bis Bad Bramstedt durch. Auch der weiterhin anhaltende Regen kann uns unsere gute Laune heute nicht vermiesen.

Nachdem wir einen guten Preis ausgehandelt haben, checken wir in ein Zimmer in einem zentral gelegenen Hotel ein, welches sich in unmittelbarer Nähe zum Bad Bramstedt Schloss befindet. Jeden 1. und 3. Samstag im Monat findet von dort aus eine Stadtführung statt.

In Bad Bramstedt
In Bad Bramstedt© ferienwohnungen.de

Nach einem Zwischenstopp für Kaffee und Kuchen in Neumünster sowie äußerst wechselhaften Wetterbedingungen, erreichen wir am Folgetag Schleswig. Schleswig ist eine süße Kleinstadt am Ende der Schlei, deren wohl auffälligste Bauwerke der Schleswiger Dom und der Wikingturm sind. In unmittelbare Nähe zu Schleswig befindet sich zudem das Wikingermuseum Haithabu mit dem Freigelände der ehemaligen Wikingerstadt.
Immer häufiger kommen wir jetzt an Schildern vorbei, die angeben, wie viele Kilometer es noch bis nach Flensburg sind. Da die Kilometerzahl bei jedem Schild kleiner wird, gibt uns jedes einen zusätzlichen Motivationsschub immer weiter zu fahren. Am liebsten würden wir heute gar nicht aufhören zu radeln, aber irgendwann ist es so dunkel, dass wir uns nach circa 90 Kilometern einen Schlafplatz für die letzte Nacht dieser Radreise suchen.

Und so kommen wir in der örtlichen Jugendherberge in Schleswig unter. Jugendherbergen findet man übrigens in fast allen deutschen Städten und zudem in 90 Ländern weltweit. Als Mitglied erhält man außerdem Preisnachlässe bei allen Herbergen des Hostelling International.

Wegweiser auf der Strecke
Wegweiser auf der Strecke© ferienwohnungen.de

Während Chris und ich so in unseren Etagenbetten liegen, lassen wir die Ereignisse der letzten zwei Wochen Revue passieren. Wir können es kaum fassen, dass wir trotz widriger Wetterbedingungen und eher schlechter Regenbekleidung bis hier hin durchgehalten haben. Der Gedanke einfach aufzugeben und einfach in den nächsten Zug in Richtung Heimat zu steigen war ein ständiger Begleiter auf dieser Reise. Wir sind aber froh und auch ein wenig stolz, dass dieser Gedanke nie die Oberhand gewonnen hat, obwohl er manches Mal äußerst verlockend wirkte.
Jetzt heißt es nur noch einmal schlafen und dann geht es ab nach Hause. Von hier an brauchen wir nur noch zwei bis drei Stündchen.

Zwar werden wir am nächsten Tag mal wieder von einigen Regenschauern kalt erwischt, aber schlussendlich erreichen wir Flensburg während einer regenfreien Phase. Wir haben es tatsächlich geschafft! Nach zwei Wochen im Sattel und über 1.000 Kilometern haben wir unser Ziel erreicht! Flensburg, die wunderschöne Stadt an der Flensburger Förde und zugleich das Tor nach Skandinavien. Die Stadt, die berühmt ist für ihre drei P’s – Punkte, Pils und Porno – und natürlich noch vieles mehr. 😉

Expedition1000GER Teil 6 - Urlaubär und Chris am Ziel in Flensburg
Urlaubär und Chris am Ziel in Flensburg© ferienwohnungen.de

Wir sind einmal quer durch Deutschland geradelt – von Oberstdorf bis nach Flensburg. Und das Ganze, ohne vorher dafür trainiert zu haben. Wahnsinn! Ein absoluter Gänsehautmoment! Zu guter Letzt werden wir an der Hafenspitze feierlich von Familie, Freunden sowie von Vertretern der lokalen Politik und Presse empfangen.

Zeitungsartikel Flensburger Tageblatt vom 21.08.2017
Zeitungsartikel Flensburger Tageblatt vom 21.08.2017© ferienwohnungen.de

Und was passiert als nächstes? Ist doch klar! Ich mache das, was ich am besten kann … Urlaub! 😊
Falls Du Fragen zum Thema Fahrrad-Reisen haben solltest, dann wende Dich einfach an Chris. Nach den Erlebnissen der letzten zwei Wochen kann er Dir sicherlich den einen oder anderen Tipp geben. Besuche dafür einfach seine Website oder verbinde Dich mit ihm auf Facebook (@fritzechris).
Er freut sich, wenn er helfen kann. 😊

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