Nord-Ostsee-Kanal - Kiel

Der Nord-Ostsee-Kanal

Historische Wasserstraße mit „kriegerischer“ Vergangenheit

Der Nord-Ostsee-Kanal „durchschneidet“ den Norden von Deutschland von Brunsbüttel bis Kiel. Damit erspart der Kanal dem Schiffsverkehr auf der Route von der Nordsee in die Ostsee den Umweg über das dänische Skagen. Entlang dieser eher zu nüchternen Zwecken erbauten Wasserstraße gibt es vielerlei Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Das macht eine Fahrt entlang des Nord-Ostsee-Kanals durchaus zu einem interessanten Urlaubserlebnis.

Die Bauzeit des Kanals währte von 1887 bis 1895 und verschlang die ungeheure Summe von 156 Millionen Reichsmark. Ein gewaltiger Batzen Geld, der dem Kaiser und dem Deutschen Reich damit schmackhaft gemacht wurde, dass man ihn zur militärischen Notwendigkeit erhob, der die Schiffe der kaiserlichen Kriegsmarine rasch von einem Meer ins andere bringen konnte. Die ursprünglich Kaiser-Wilhelm-Kanal genannte Wasserstraße musste bald schon erweitert werden, um mit der rasanten militärischen Aufrüstung in der Zeit von 1907 bis 1914 Schritt halten zu können. Diese Erweiterungen schlugen noch einmal mit zusätzlichen 242 Millionen Reichsmark zu Buche. In den 1980er Jahren machte man sich erneut am Kanal zu schaffen, um ihn den Bedürfnissen der modernen Seefahrt anzupassen.

Nord-Ostsee-Kanal - Brunsbüttel
Nord-Ostsee-Kanal – Brunsbüttel© panthermedia.net / Alfred Emmerichs

Heute wird der Nord-Ostsee-Kanal überwiegend von Handelsschiffen, Kreuzfahrtschiffen sowie von Sportbooten befahren, von denen erstere pro Jahr gewaltige Mengen an Gütern transportieren. Denn die Wasserstraße erspart den Frachtern immerhin einen Umweg von 250 Seemeilen, was einen wesentlichen wirtschaftlichen Faktor darstellt. Im internationalen Sprachgebrauch wird die Fahrrinne übrigens Kiel-Kanal genannt und zählt zu den bedeutendsten Kanälen weltweit.

Auf seinem Verlauf von insgesamt knapp 100 Kilometern passiert der Nord-Ostsee-Kanal zwei Schleusen, die der Regulierung des Wasserstands dienen. Das Durchschleusen der Schiffe dauert etwa 45 Minuten und ist besonders für Touristen ein beliebtes Spektakel, das man sich bequem von den Aussichtsplattformen anschauen kann. Zehn Hochbrücken, zwei Tunnel, mehrere Schwimmfähren und eine Schwebefähre bieten zahlreiche Gelegenheiten, den Kanal mit dem Auto, dem Fahrrad oder zu Fuß immer wieder zu überqueren.

Nord-Ostsee-Kanal
Nord-Ostsee-Kanal© panthermedia.net / ralfgosch

Ein schönes Ausflugsziel ist die Rathmannsdorfer Schleuse, die 1784 am alten Eiderkanal erbaut wurde. Ein Restaurant mit großem Biergarten und ein Café belohnen die Ausflügler für den kleinen Umweg zur Schleuse, der selbstverständlich auch mit dem Auto zurückgelegt werden kann.

Nord-Ostsee-Kanal-Karte
Nord-Ostsee-Kanal-Karte© ferienwohnungen.de

Ein Abstecher in Richtung Schleswig führt nach Haithabu, dem im 11. Jahrhundert zerstörten Hafen der Wikinger am Haddebyer Moor. Hier lebten bis zu 1.000 Menschen. Eine für damalige Zeit recht beachtliche Siedlung, deren Geschichte im Wikingermuseum von allen Seiten beleuchtet wird. Auch die gewaltige Verteidigungsanlage Danewerk aus dem 7. Jahrhundert bietet mit ihren Mauerresten und Wallanlagen auch heute noch einen ebenso beeindruckenden wie monumentalen Anblick.

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