Castelo de São Jorge in Lissabon

Lissabon im Winter? Ja und ob!

Es gibt wirklich viele Gründe „Bom dia Lisboa“ zu sagen

Einst stellte sich uns die Frage: Lissabon im Winter? Heute antworten wir: Ja und ob!
Wir sind sogar Wiederholungstäter aus Überzeugung.

Wir haben vor der ersten Reise einen Bericht im Fernsehen gesehen und entschieden: Da müssen wir bald hin! Am Atlantik gelegen hat die Stadt oft 15-20° C mehr als bei uns im Norden Deutschlands. Und die Hauptstadt von Portugal ist in nur 3 Stunden Flugzeit erreichbar. Das reicht doch im Grunde schon für eine Planung, oder?
Uns gefiel damals die Stadt aufgrund ihrer Lebendigkeit und Ihrer vielen verschiedenen Stadtviertel. Langweilig würde uns da wohl nicht werden.

Planung und Anreise

Gesagt getan, wir haben gebucht. Die Flüge sind über die portugiesische Airline TAP oder RyanAir ganzjährig günstig zu bekommen. Für die Übernachtungen wählten wir eine Ferienwohnung, denn in einem Hotel bekommt man das Flair der Altstadt kaum mit. Dazu frühstücken wir gern wann wir wollen und was wir wollen. Freiheit pur. Kommen und gehen wie es unsere Planung ergibt.
Okay, wir waren doch überrascht, als am Samstag um Mitternacht der Müll abgeholt wurde, aber aufgrund der engen Wege ist es dort tagsüber gar nicht möglich. Ja, auch das ist Lissabon. Aber war es nicht genau das was wir erfahren wollten? Wie lebt man in Lissabon?

Auf jeden Fall waren beide Ferienwohnungen ruhiger als wir erwartet hätten. Großstadtlärm haben wir in keiner der Wohnungen erlebt. Sowohl in der kuscheligen Altstadt der Alfama, als auch im Multikulti-Viertel Mouraria haben wir uns gut aufgehoben gefühlt. Die Portugiesen sind ein offenes Völkchen, wenn du selbst auch mit offener Seele auf sie zugehst.

Lissabon am Abend
Lissabon am Abend© ferienwohnungen.de

Lissabon bietet hinter jeder Hausecke – und davon gibt es reichlich – ein völlig neues Bild. Fotografen werden ihre wahre Freude haben. Wir haben allerdings eher mit den eigenen Augen Erinnerungen gesammelt. Kleine Gassen, Treppen und Plätze (Largos) laden immer wieder zum Verweilen ein.

TIPP : Im Viertel Bairro Alto lässt es sich abends am besten tummeln und genießen.

Lissabon bei Nacht
Lissabon bei Nacht© ferienwohnungen.de

Unterwegs in Lissabon

Die Struktur der schmalen Straßen ist seit Jahrhunderten so wie heute, das wird uns schnell klar. Kopfsteinpflaster und sehr schmale Fußwege. Für größere Straßen wäre hier auch kein Platz.
Oft gibt es in den kleinen unscheinbaren Restaurants mit häufig weniger als 5 Tischen das beste und authentischste Essen. Frische Doraden, Bacalao (Stockfisch, Kabeljau) oder gegrilltes aller Art gibt es vielerorts vom Holzkohlengrill, dazu Salat, ein gutes Olivenöl und etwas Gemüse. Und erschwinglich ist das auch noch. Vorweg gibt es überall frisch gebackenes Brot, sensationellen Schinken oder Käse, oft Fetakäse und Oliven. So lässt sich das Warten auf die Hauptspeise gut überbrücken.

Authentischses Essen in Lissabon
Authentischses Essen in Lissabon© ferienwohnungen.de

Das Verkehrssystem in Lissabon kann wunderbar genutzt werden. Leihwagen sind zwar günstig, es gibt jedoch kaum Parkplätze. Und so machen Leihwagen nur für das weitere Umfeld Sinn.

TIPP : Die Viva Viagem-Karten des öffentlichen Nahverkehrs, die am Automaten für 50 Cent gekauft werden können, kann man entweder mit Guthaben für die Bahn befüllen oder (und das ist wichtig!) mit den Metro-, Bus-, Tram- und Fährfahrten aufladen.

Das haben wir tatsächlich in diversen Reiseführern nicht vernünftig erklärt bekommen, und so standen wir mit einer aufgeladenen Bahnkarte im Bus und mussten wieder aussteigen. Ich empfehle Euch ein Tagesticket für 6,50 € zu kaufen, dann muss man weniger denken und kann zwischen Bus und Tram wechseln wie man will.
Legendär ist die Tram 28, die leuchtend gelbe Straßenbahn, die einem an vielen Orten ins Auge fällt. Sie bietet sich auch an, um in die Viertel Alfama und Graça zu kommen, denn außer dem Stadtviertel Baixa führen die Straßen in die übrigen Viertel tüchtig bergauf.

Tram 28 in Lissabon
Tram 28 in Lissabon© ferienwohnungen.de

Unter anderem fährt die Tram auch hinauf zur Burg, dem Castelo de São Jorge, dass über der Altstadt thront und weithin sichtbar ist. Kennt ihr das Gesellschaftsspiel Carcassonne? Wir dachten wir sind mittendrin.
Der Rundblick von hier über die Stadt ist besonders gegen Abend einzigartig. Bringt Euch also Wein mit und genießt den Sonnenuntergang von hier.

Panorama Lissabon
Panorama Lissabon© ferienwohnungen.de

Kulinarisches

Überall gibt es kleine Cafés, wo gefrühstückt werden kann. Wer einen Milchkaffee bestellen möchte ordert einen Galao (Milchkaffee). Einen großen Kaffee erhält man mit Cafe grande. Stehend im Café sogar unter einem Euro erhältlich. Aber Obacht, Portugiesen haben das Drängeln in ihren Adern. Daher solltet ihr euch nicht wundern, wenn ihr vielerorts Nummern ziehen müsst.

Pastéis de Belém
Pastéis de Belém© ferienwohnungen.de

Das Gebäck der Region sind die Pastéis de Nata (Puddingtörtchen). Besonders gut, warm und knusprig sind diese im Vorort Belém, wo sie ursprünglich von den Mönchen des angrenzenden Klosters zubereitet wurden. Blätterteig gefüllt mit einer Sahnecreme! Hüftgold pur, aber gut für die Seele! Insgesamt 500 Sitzplätze verstecken sich hinter dem minimalistischen Eingang an der Hauptstraße.

TIPP : Anstehen muss man hier nur, wenn man die Pastéis mitnehmen möchte, für alle anderen gilt: Sucht Euch einen kleinen Tisch. Per Bahn, Bus oder Leihfahrrad gut zu erreichen

Ausflug in die Umgebung

Ein wirklich besonderer Ausflug war für uns die Bahnfahrt nach Sintra (ca. 25 km westlich von Lissabon) zu den „Königschlössern“ (Palácio Nacional da Pena). Die Fahrt ist mit 2,50 € wirklich ein Schnäppchen. Vor Ort haben wir uns am Bahnhof ein Tuk Tuk genommen, eine kleine ortstypische Motorikscha, und ließen uns hinauffahren. Das bringt Spaß und die Fahrer erzählen euch mit Freude über die Gegend. Der Garten und die Anlagen des Schlosses können für 6,50 € besichtigt werden und das ist es auf jeden Fall wert. Für uns war es ein wunderbarer Tag. Ein verwunschenes, bunt leuchtendes Schloss mit einem Zaubergarten. Herrlich!

Palácio Nacional da Pena
Palácio Nacional da Pena© ferienwohnungen.de

TIPP : Wer gut zu Fuß ist, sollte auf jeden Fall hinunter wandern.

Wanderung von Pena nach Sintra
Wanderung von Pena nach Sintra© ferienwohnungen.de

Wenn ihr einen längeren Aufenthalt plant und der Großstadt einmal entfliehen möchtet, solltet ihr einen Tag in Cascais einplanen. Die Fahrt mit der Bahn dorthin verläuft an der Küste, zunächst am Fluss Tejo und später dem Atlantik entlang. Das raue Seeklima mit den Klippen erinnert ein wenig an Cornwall in England.

An der Küste bei Cascais
An der Küste bei Cascais© ferienwohnungen.de

Dort solltet ihr euch bei etwas Wind auch den „Boca do Inferno“, der Höllenschlund anschauen. Einen Felsenkessel, der bei kräftigem Seegang ein eindrucksvolles Erlebnis bietet. Hier rauscht das Meerwasser tosend und schäumend durch senkrechte Felsschlote.

Fazit

Lissabon selber bedarf nur weniger Ratschläge. Denn es gibt hier an jeder Ecke Sehenswürdigkeiten, die uns sehr beeindruckt haben. Wenn wir da anfangen nimmt es hier kein Ende.
Nehmt Euch nicht zu viel vor, genießt die Stadt in ihren vielen Facetten. Es wird Euch gefallen.
Wir wünschen Euch eine fröhliche, genussreiche und eindrucksvolle Reise nach Lissabon!

Levke und Holger über Lissabon
Levke und Holger über Lissabon© ferienwohnungen.de

Weiterführende Links

Der Urlaubär
Das nächste Mal möchte ich aber auch mit … 😉
Der Urlaubär

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