Dünen und Strand auf Amrum

Amrum – Kleine Insel mit riesigem Strand

Mit dem Urlaubär auf der „Perle der Nordsee“

Heute ist ein besonderer Tag. Ich fahre mit dem Urlaubär auf die nordfriesische Insel Amrum. Die Fährüberfahrt mit dem Auto erscheint uns aber zu kostspielig und daher haben wir uns für eine Erkundung der Insel mit dem Fahrrad entschieden. Die Insel ist sehr kompakt und kann mit dem Fahrrad gut in 2 Tagen bereist werden. Also packen wir Zelt und (meine) Unterhose aufs Fahrrad und radeln los.

Aber von Anfang an. Wir parken unser Auto auf einer der Dauerparkplätze in Dagebüll und bezahlen dafür 7,50 € für 24 Stunden. Ich hieve das Fahrrad aus meinem Kofferraum und bepacke es mit allen Sachen, die wir für die Exkursion auf Amrum brauchen. Die Seitentaschen sind voll mit Kleidung und einer Flasche Wasser. Oben drauf kommen Luftpumpe, Luftmatratze, Zelt und Schlafsack. Auf dem Rücken thront der Urlaubär … Ich sage euch, das sah vielleicht interessant aus … 😉

Der Urlaubär auf Amrum - Bepacktes Fahrrad ...
Bepacktes Fahrrad …© ferienwohnungen.de

Vorsichtig fahren wir los. Die ersten Meter mit dem schweren Gepäck auf dem Gepäckträger fühlen sich schon ungewohnt an. Aber dann erreichen wir nach geschätzten 1,5 km den Fähranleger in Dagebüll.

Lage der Insel Amrum im Wattenmeer vor der nordfriesischen Küste
Lage der Insel Amrum im Wattenmeer vor der nordfriesischen Küste© ferienwohnungen.de

Von hier aus bringt uns die Fähre direkt nach Amrum. Es gibt zwar auch eine Möglichkeit, über die Insel Föhr nach Amrum zu kommen, aber das dauert dann fast doppelt so lange. So stellen wir das vollgepackte Fahrrad auf dem Autodeck ab und laufen die Treppen hoch. Dann legt die Fähre auch schon ab.

Durchs Wattenmeer

Der Wind auf der Nordsee pustet uns durch. Viele Kinder sind mit an Bord, die sich genauso wie der Urlaubär auf Ihren Urlaub oder Kuraufenthalt freuen. Wir sehen links von uns die Hallig Langeneß. Auf der rechten Seite taucht die Insel Föhr auf. Von hier aus können wir uns einen Eindruck davon machen, wie groß diese Insel ist.

Nach und nach kommen wir Amrum näher. Ich stehe an der Spitze der Fähre und beobachte die Möwen, die uns begleiten. Ich atme tief ein und nehme einen angenehmen Geruch war, den ich bis jetzt so nur von Mittelmeerinseln kannte. Es riecht nach Amrum, wie ich später feststelle. Denn die Insel besteht nicht nur aus Sand, sondern auch aus viel Wald, der größtenteils aus Fichten besteht. Wenn der Wind dann richtig steht, riecht man diese Zusammensetzung schon auf der Fähre. Wirklich schön.

Ankunft auf der Insel

Dann begrüßt uns auch schon der große rot-weiße Leuchtturm von Amrum. Die Fähre legt an und wir machen uns sogleich auf den Weg. Als erstes fahren wir zu unserem Campingplatz in Wittdün, wo wir unser Zelt in mitten der Dünen aufstellen und heute Nacht auch schlafen werden.

Der Campingplatz in Wittdün
Der Campingplatz in Wittdün© ferienwohnungen.de

Auf Amrum ist eine Kurabgabe fällig, die sich pro Tag auf 2,60 € für Erwachsene und 0,50 € für Kinder beläuft. Diese wird uns gleich hier am Campingplatz berechnet.
Ohne die 20 kg Gepäck auf dem Fahrrad geht es nun auf große Tour.

Erster Stopp ist der nicht zu übersehende Leuchtturm. Blöd nur, dass die Besichtigung des Leuchtturms nicht möglich ist. Das Seezeichen von Amrum ist geschlossen! Wir können die Aussicht auf den berühmten Kniepsand aus 63 m Höhe also nicht genießen …

Der Leuchtturm auf Amrum
Der Leuchtturm auf Amrum© ferienwohnungen.de

INFO: Wer den Leuchtturm auf Amrum besichtigen möchte, hat dazu von Montag bis Freitag zwischen 8:30 Uhr und 12:30 Uhr und mittwochs sogar bis 14:00 Uhr die Chance!

Ja, das Thema mit den begrenzten Öffnungszeiten auf Amrum wird uns heute noch einmal beschäftigen. Dazu später mehr.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie man Amrum mit dem Fahrrad entdecken kann. Der Urlaubär und ich entscheiden uns für eine Route durch die Natur im Osten der Insel. Auf der Hinfahrt durchqueren wir dabei die Dörfer Süddorf, Steenodde und Nebel. Da die Straßen und Wege auf Amrum sehr gut ausgeschildert sind, kann man sich kaum verfahren.

Der Natur auf der Spur

Die Natur der kleinen Insel begeistert einen. Egal, wohin man seinen Blick wendet, man entschleunigt. Und nach wenigen Stunden fühlt man sich, als würde man Amrum schon lange kennen. Wir beide fühlen uns pudelwohl. Oder wie der Urlaubär sagen würde: „Es ist hier bärenstark!“. Die Natur fesselt uns so sehr, dass wir manches Ausflugsziel übersehen und einfach links liegen lassen. Wir wollen lieber die Insel entdecken und fahren immer weiter.

Freizeitbeschäftigungen auf Amrum

Mitten in den Getreidefeldern liegend sehen wir das Wahrzeichen der Insel: die Amrumer Windmühle in Nebel. Die Windmühle gilt als die älteste Mühle Schleswig-Holsteins und dient heute als Museum und Standesamt.

Windmühle auf Amrum
Windmühle auf Amrum© ferienwohnungen.de

Das Heimatmuseum ist klein, aber fein. Es wird die Technik der Mühle erklärt und vorgestellt, Kunst ausgestellt und über die Heimische Tierwelt informiert. Der Urlaubär ist sogar so mutig und klettert bis in den zweiten Stock, um sich das Mahlwerk der Mühle genauer anzuschauen. Aber Vorsicht! Für Menschen ab 1,80 m Körpergröße wird es ziemlich eng auf der Leiter.

Der Urlaubär besichtigt die Windmühle
Der Urlaubär besichtigt die Windmühle© ferienwohnungen.de

Wir setzen unsere Radtour fort und kommen an saftigen Wiesen vorbei. Wir sehen Pferde, viele Pferde. An einigen Stellen wird Kinderreiten oder auch Reiten für die großen Entdecker der Insel an den Stränden von Amrum angeboten. Da wir aber sowieso schon den ganzen Tag auf einem Drahtesel sitzen, tun wir unserem Allerwertesten das nicht auch noch an. Für einen Familienausflug ist das aber sehr zu empfehlen, gerade wenn man mehrere Tage auf der Insel verbringt.

Pause in Nebel

Wir fahren durch das Dorf Nebel. Man schaut die Straße hoch und denkt nur: „Oh man, wie süß!“. Die kleinen Straßen, die alten kleinen Häuser, viele Cafés und die Atmosphäre reißen einen gleich mit. Man wird geradezu dazu verleitet, hier eine Auszeit mit Kaffee und Kuchen zu nehmen.

In Nebel
In Nebel© ferienwohnungen.de

Wir setzen uns in einem der Cafés auf die Terrasse, genießen die friedliche Stimmung und sehen den Kindern zu, wie sie auf der Straße spielen. Ja, auf der Straße … Ohne viel Autoverkehr und nach kurzer Pause geht die Erkundungstour der Insel für uns weiter. Ab zum nördlichsten Punkt von Amrum.

Wir kommen in Norddorf an. In den Dünen in der Umgebung der Ortschaft gibt es wohl auch den besten Standort, um abends die Sonne am Horizont untergehen zu sehen: Die Aussichtsplattform „Himmelsleiter„. Hier, an der Westküste Amrums kann man bei gutem Wetter einen Sonnenuntergang wie aus dem Bilderbuch erleben.

Der Urlaubär auf Amrum
Der Urlaubär auf Amrum© ferienwohnungen.de

Auch wir wollen uns heute Abend einen Sonnenuntergang ansehen. Aber leider nicht von hier aus, weil wir heute noch mit dem Fahrrad den ganzen Weg bis zurück nach Wittdün zu unserem Campingplatz vor uns haben.

Auf in den Norden

So nehmen wir uns vor, mit dem Fahrrad noch so weit wie möglich nach Norden zu fahren. Dabei stellen wir fest, dass es mit dem Auto oftmals nicht weitergehen würde. Folglich haben wir bei der Wahl unseres Fortbewegungsmittels die richtige Wahl getroffen … 😉
Angekommen im NaturschutzgebietAmrumer Odde“ an der Nordspitze von Amrum sind wir umringt von Rindern, von lilafarbenem Halligflieder und den Sanddünen.

Rinder und Halligflieder auf der Ostseite der Insel
Rinder und Halligflieder auf der Ostseite der Insel© ferienwohnungen.de

Nun geht es barfuß über den hohen Dünenrücken auf die Westseite ans Wasser der Nordsee. Also raus aus den qualmenden Socken und rein ins „weiße Gold“ der Nordseeinseln.
Der Ausblick von den ungefähr 30 m hohen Dünen ist beeindruckend und faszinierend. Wir machen eine kleine Rast, setzen uns in den feinen Sand und spüren die liebliche und frische Nordseeluft. Man könnte hier Stunden verbringen und in die Weite schauen. Vor hier aus können wir auch die Nachbarinseln Sylt und Föhr im Wattenmeer liegen sehen. Wer es mag, kann von hier aus die Nachbarinsel Föhr bei einer Wattwanderung besuchen.

Dünen und Strand auf Amrum
Dünen und Strand auf Amrum© ferienwohnungen.de

Zurück bei den Fahrrädern muss ich wieder Socken und Schuhe anziehen (der Urlaubär braucht das ja nicht 😉). Und dann treten wir wieder in die Pedale und fahren nun an der Westküste der Insel entlang wieder zurück nach Wittdün.
Auf der Rückfahrt wird uns auch noch einmal so richtig bewusst, warum die Insel Amrum so einzigartig riecht. Wir durchqueren auf der gesamten Heimfahrt entlang den Dünen den Wald, der sich bis zu unserem Campingplatz zieht. Der Geruch der Fichten, die Nordseeluft, das Watt und die Sonne machen die Fahrradtour zu einem ganz besonderen Moment auf unserer kleinen Reise und machen die Insel gleichzeitig zu einem einmaligen Reiseziel.

Amrum schon in der Steinzeit beliebt

Dann erreichen wir über Holzbohlenwege die „Vogelkoje“ auf Amrum, einen sogenannten Naturerlebnisraum mit Naturerlebnispfad, in dessen Nähe es ein archäologisches Areal gibt. Hier werden wir von einer Gans begrüßt. Auf Amrum ist es keine Seltenheit, dass wilde Tiere so zutraulich sind. Fasane und Kaninchen queren immer wieder die Wege vor unserem Vorderreifen. Hier wurden Siedlungsspuren aus der Eisenzeit und jungsteinzeitliche Großsteingräber gefunden. Und hier inmitten der Dünen wurde auch ein historisches Haus aus der Jungsteinzeit nachgebaut. Ein Zeichen dafür, dass Amrum bereits 4.000-2.000 v. Chr. besiedelt war.

Steinzeithaus in den Dünen auf Amrum
Steinzeithaus in den Dünen auf Amrum© ferienwohnungen.de

Die Sache mit den Öffnungszeiten

Langsam bekommen wir Hunger und radeln daher weiter Richtung Süden den Wald-Radweg entlang. Immer wieder sehen wir Wege, die zum einzigartigen Strand der Insel und in die wohl schönste Dünenlandschaft an der Nordseeküste führen. Kurz hinter Nebel versuchen wir in Süddorf im „Strandhäuschen“ etwas zu essen zu bekommen. Doch wir werden abgewiesen! Liegt das am Urlaubär? Nein, es ist bereits 19:48 Uhr. Und das ist wohl zu spät für ein Abendessen auf Amrum …?!

Notgedrungen fahren wir weiter. Kurz vor Wittdün landen wir auf unserer Suche nach etwas Essbarem in einer der wohl angesagtesten Kneipen der Insel: die „Blaue Maus“ . Hier können wir aus hunderten Sorten Whiskey sowie ein Rinderrückensteak mit Pommes wählen. Urig hier!

Die "Blaue Maus" auf Amrum
Die „Blaue Maus“ auf Amrum© ferienwohnungen.de

Die ganze Decke hängt voll mit Originalen, Fundstücken, Knochen und Bildern. Wir setzen uns an einen leeren Tisch, der aber nicht lange leer bleibt. Es kommen nette Leute auf uns zu und fragen, ob sie sich zu uns setzen dürfen. Der Urlaubär stimmt dem natürlich sofort zu. Und im Gespräch erfahren wir Ihre Sicht auf die Insel. Vor 10 Jahren kamen sie mit ihren Kindern zur Kur. Und seitdem ist die Familie so in Amrum vernarrt, dass einige von ihnen immer noch jedes Jahr auf die Insel kommen.

Der Urlaubär hat neue Freunde gefunden
Der Urlaubär hat neue Freunde gefunden© ferienwohnungen.de

Strand bis zum Horizont

Dann müssen wir aber los. Wir wollen uns den Sonnenuntergang über dem Kniepsand, mit 10 km² Fläche wohl einer der größten Strände Europas, ansehen. Unfassbar diese Weite und der Ausblick. Man muss schon genau hinschauen, um das Wasser am Horizont noch zu erkennen. Wir warten auf den Sonnenuntergang und genießen die Ruhe, nur gestört von hunderten Möwen, die sich in den Dünen hinter uns niederlassen.

Sonnenuntergang am Kniepsand
Sonnenuntergang am Kniepsand© ferienwohnungen.de

Nach diesem schönen Spektakel möchte der Urlaubär aber noch nicht in sein Bett im Zelt. So fahren wir noch einmal in die „Blaue Maus“, um dort einen Sundowner (Schlummertrunk) zu uns zu nehmen.

So ist es bereits nach Mitternacht, als wir in unser Zelt in mitten der Amrumer Dünen kommen. Völlig erschöpft kriechen wir in unsere Schlafsäcke und schlafen schnell ein.
Am nächsten Morgen wachen wir von Möwengeschrei und der aufgehenden Sonne auf. Gut ausgeruht machen wir uns auf dem Weg nach Wittdün, um dort zu frühstücken. Nach einem Kakao und einem Schinkenbrötchen sehnen wir uns gleich wieder nach dem Blick über die Dünen und fahren mit dem Fahrrad direkt wieder zum Kniepsand, der unmittelbar an den Ort grenzt.

Der Urlaubär in den Dünen auf Amrum
Der Urlaubär in den Dünen auf Amrum© ferienwohnungen.de

Hier atmen wir noch einmal durch und genießen die Weite dieser Sandfläche, bis es für uns zwei wieder in Richtung Fähre und somit in Richtung Heimat geht.

Fazit

Amrum ist irgendwie eine „vergessene Insel“, ohne den auf Kommerz ausgerichteten Tourismus.

INFO: An alle Männer … 😉 Shoppen ist hier nicht großartig möglich. Dennoch gibt es in den ortsansässigen Geschäften alles einzukaufen, was das (Feinschmecker-)Herz begehrt.

Aber Achtung! Die Insel könnte genau deswegen zur Sucht werden. Amrum hat meine Erwartungen um ein Vielfaches übertroffen und wird mich und den Urlaubär wohl noch des Öfteren ertragen müssen.

Weiterführende Links

Der Urlaubär
Das manche Menschen jedes Jahr nach Amrum kommen, kann ich jetzt nachvollziehen. Wie oft habt ihr die Insel schon besucht?
Der Urlaubär

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3 Gedanken zu “Amrum – Kleine Insel mit riesigem Strand

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