Sylt - Die Insel der Schönen und Reichen?

Sylt – Die Insel der Schönen und Reichen?!

Der Urlaubär entdeckt die Lieblingsinsel der Deutschen

Wir begeben uns heute auf die größte der nordfriesischen Inseln: Sylt.
Der Urlaubär und ich fahren von Flensburg in Richtung Niebüll. Hier wartet der DB Autozug auf uns. Oder besser gesagt, wir warten auf den DB Autozug nach Westerland auf Sylt.

An der Verladestation in Niebüll
An der Verladestation in Niebüll© ferienwohnungen.de

Auf der Webseite des DB Sylt Shuttle können die Fahrkarten schon reserviert werden und direkt per Kreditkarte bezahlt werden. Das erspart oft lange Wartezeiten in Niebüll. Da wir uns schnell und ohne viel Aufwand auf der Insel bewegen wollen, nehmen wir unser Auto mit.
Der Hindenburgdamm verbindet seit 1927 die Insel Sylt mit dem Festland. Der Urlaubär wäre so gerne mit dem Fahrrad über den Hindenburgdamm gefahren. Doch das ist strengstens verboten. Trotz dieses Verbots versuchen es aber immer wieder Leute per Fahrrad oder zu Fuß über den Damm auf die Insel zu kommen. Und zwar mit den wahnwitzigsten Ausreden.

Auf dem Sylt-Shuttle von Niebüll über den Hindenburgdamm nach Westerland
Auf dem Sylt-Shuttle von Niebüll über den Hindenburgdamm nach Westerland© ferienwohnungen.de

Daran erkennt man schon, ohne Geld ist Sylt wie das Gefängnis Alcatraz. Man kommt nicht drauf und auch nicht runter … 😉
Wir fahren also auf dem Autozug mitten durch das Wattenmeer. Rechts und links haben wir einen Panoramablick über das Wattenmeer, den man nicht ganz so oft aus dem Auto hat. Und als Fahrer kann man das Spektakel auch noch genießen, da die Kiste ja auf dem Zug steht.

Angekommen in Westerland fahren wir vom Autozug in einer Autokolonne, die durch das Entladen des Zuges entstanden ist, in Richtung Hörnum. Hier beginnen wir unsere kleine Reise. Auf dem Weg nach Hörnum fahren wir an hohen Dünen vorbei und durch eines der vielen Naturschutzgebiete auf Sylt. Wir Durchqueren Rantum, das von vielen Jungendherbergen und Kurunterkünften geprägt ist. Angekommen in Hörnum sticht uns gleich der 33,5 m hohe Leuchtturm ins Auge. Schön ist er anzusehen, aber nur mit einer vorherigen Anmeldung zu besichtigen.

Leuchtturm in Hörnum
Leuchtturm in Hörnum© ferienwohnungen.de

Da der Urlaubär und ich noch nicht gefrühstückt haben und wir Lust auf was Herzhaftes haben, laufen wir Richtung Wasser und Promenade von Hörnum. Trotz Hochsaison ist der Strand nicht überlaufen und auch das Dorf scheint irgendwie ruhiger als der Rest der Insel. Wir sehen eine rote Hütte am Wasser und ein großes Schild mit „Frische Waffeln“. Wir gönnen uns eine und setzen uns an den Strand von Hörnum. Auch hier kann man Strandkörbe mieten aber trotzdem hat man viel Platz für seine Stranddecke.

Strand bei Hörnum auf Sylt
Strand bei Hörnum auf Sylt© ferienwohnungen.de

Entlang der Promenade gelangen wir an den Fischereihafen von Hörnum. Am Hafen gibt es einen Informationspoint und Fahrkartenverkaufstand. Von Hörnum aus kommt man mit den Adler-Schiffen unter anderem auch zu den Seehundbänken im Wattenmeer fahren. Aber auch eine Fahrt zu den anderen Nordfriesischen Inseln und Halligen im Nordfriesischen Wattenmeer kann vor hieraus gebucht werden.

Der Urlaubär im Hafen von Hörnum
Der Urlaubär im Hafen von Hörnum© ferienwohnungen.de

Da wir aber Sylt erkunden möchten, geht es nun weiter für uns. Wir fahren wieder entlang der wohl einzigen Straße in Richtung Norden. Neben der Straße sehen wir ein gutes Radwegenetz, direkt durch die Dünen von Sylt. Ich denke, wenn man etwas Zeit mitbringt und fest im Sattel des Drahtesels sitzt, ist Sylt mit dem Fahrrad ein schönes Erlebnis.
Links von uns sehen wir immer wiederkehrende Parkplätze für die zahlreichen Autos der Strandbesucher. Aber der auffällig vollste Parkplatz, mit kaum noch Platz für einen Urlaubär, ist wohl der vor der bekannten „Sansibar“ . Die „Sansibar“ ist auch über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus ein Name, der den Deutschen ein Begriff ist. Das Strandrestaurant liegt 4 km südlich von Westerland an der Westküste, direkt am Strand der Nordsee und ist einer der Hotspots der Insel.

Karte von Sylt
Karte von Sylt© ferienwohnungen.de

Uns ist der Parkplatz zu voll und die Insel zu schön um nun in Menschenmengen unter zu gehen. Wir fahren weiter Richtung Norden. Auch hier finden wir immer wieder Parkplätze und anliegende Restaurants die auch so schön wie die „Sansibar“ direkt am Meer liegen, aber nicht so überfüllt sind. Auch wir verirren uns auf so einen Parkplatz und gehen entlang der Dünenwege auf den Strand zu.

Der Urlaubär möchte einige Erinnerungsfotos machen. Nachdem wir die Kurtaxe von 4 € pro Tag und Erwachsenen gezahlt haben, bemerkt der Urlaubär, dass er der einzige Textilbanause am Strand ist. Wir sind wohl an einem der zahlreichen FKK-Strände gelandet, die es auf Sylt gibt. Sogar Strandsaunas verstecken sich in mitten der riesigen Sandhaufen am westlichen Strand von Sylt. Also für alle Saunafans ein Megaerlebnis, nach dem schwitzen in der Sauna direkt in die frische Nordsee hüpfen zu können.

Aber der schöne Strand an der Westküste von Sylt ist keine Selbstverständlichkeit. Die vorherrschenden Westwinde über der Nordsee und die dadurch hervorgerufenen Brandungen des Meeres tragen jährlich 1 bis 4 Meter Küste von der Westseite der Insel ab und verlagern den Sand parallel zur Küste nach Norden oder Süden. Die Insel verliert dadurch jedes Jahr rund eine Million Kubikmeter Sand. Dieser Verlust wird aber durch Sandaufspülungen immer wieder ausgeglichen.

Nach den Einblicken in das FKK-Leben der Nudisten, vermissen wir ein wenig Kultur und fahren daher in das „Altfriesische Haus“ in Keitum. Wir kommen nach einigen km in Keitum an.

Das Heimatmuseum in Keitum auf Sylt
Das Heimatmuseum in Keitum auf Sylt© ferienwohnungen.de

Wow! Hier finden wir endlich, wonach wir gesucht haben. Ein Idyllisches fast seit Jahrzehnten nicht verändertes Inseldörfchen, dass die gesuchte Inselruhe und Kulisse bietet. Keitum ist geprägt von alten Reetdachhäusern und ist zu Fuß sehr schön zu erkunden. Vielleicht ist ein solcher Ausflug mit viel Eis und Cola trinken auch für Kinder zu ertragen … 😉 Erwachsenen wird eine derartige Reise ins 18./19. Jahrhundert der Inselbewohner bestimmt gut gefallen.
Der Eintritt für das Altfriesische Haus und das Sölring Museum (Sylter Heimatmuseum), die einen Fußweg von 3 Minuten trennt, liegt bei 10 € pro Person. Vielleicht sollten man den Kindern direkt eine kleine Aufgabe am naheliegenden Strand geben und erspart den Kids die Ausstellung und den Eltern den Eintrittspreis für die Lütten …?!

Nach viel Kultur und ruhiger Atmosphäre in Keitum, fahren der Urlaubär und ich noch weiter in den Norden. Vorbei an einzigartiger Kulisse, die aus Dünen, Bäumen, Watt und Wiesen besteht. Auf unserem Weg sehen wir die Vogelkoje. Die Vogelkoje bietet auch für die Kinder wieder was zum Mitmachen an und für die Eltern wohl einen schönen Spaziergang im kühlenden Wald.
Irgendwie verwunschen hier, findet der Urlaubär. Wie aus einem Märchen führen die Holzstege durch den Wald, in dem wir Vogelbeobachtungspunkte und Informationstafeln über die Tier- und Pflanzenwelt entdecken. Im anliegenden Restaurant kann man dann noch fein essen gehen.

Auf geht’s in einen der wohl repräsentabelsten und bekanntesten Orte auf Sylt: Kampen.
Hier feiern und bummeln all die Reichen und Schönen, die etwas auf sich halten und Ihren neuen Rolls-Royce mal ausfahren möchten.

In Kampen
In Kampen© ferienwohnungen.de

Einkaufen kann man hier in den ausgewählten und irgendwie „zurückhaltenden“ Reetdachhäusern alle Marken von Gucci bis Prada und von Armani bis Joop. Und gefeiert wird im Club Pony in Kampen.
Anschauen muss man sich das mal, findet der Urlaubär. Und so stellen wir unser Auto am naheliegenden Hotspot ab. Mit dem Rucksack auf dem Rücken und dem Urlaubär auf dem Arm laufe ich die Strönwai, die „Goldene Meile“ in Kampen entlang. Rechts und links hochwertige Restaurants, Bars, Cafés und Einkaufsmöglichkeiten. Wenn man dann in Richtung Wasser läuft, landet man direkt auf der Uwe Düne.
Die Uwe Düne ist mit 52,5 m die höchste natürliche Erhebung auf Sylt und kann bestiegen werden. Wir haben aber Hunger und wollen nach List. Auf dem Weg werden wir wieder von der Natur auf Sylt gefesselt, fahren durch ein wirklich schönes Naturschutzgebiet. Da Sylt zu 70 % aus Naturschutzgebieten besteht, ist das wohl auch kein Zufall aber trotzdem ein Erlebnis.

Leuchtturm bei Kampen auf Sylt
Leuchtturm bei Kampen auf Sylt© ferienwohnungen.de

Wir steigen aus und hören den Seevögeln bei Ihren „Gesprächen“ zu. Wir schauen uns die hohen und riesigen Dünen an und genießen einfach die Natur. Es knurrt etwas … Und das sind nicht die Sylter Inselbären, sondern unser Magen.
Daher unser Ziel: Gosch. Und zwar die „Alte Bootshalle“ im Kern der Seepromenade in List. Wir kommen rein in die heiligen Hallen von Gosch. Per Zufall läuft auch der Chef mit Handtuch und Kochschürze bewaffnet an uns vorbei. Nach einer Portion Thainudeln mit Garnelen und Fütterung des Urlaubär schauen wir uns noch die Promenade an.

Thainudeln mit Garnelen bei Gosch
Thainudeln mit Garnelen bei Gosch© ferienwohnungen.de

Hier finden wir viel Aktionen für die Kinder vor. So z.B. Bungee Trampoline oder ein Riesenrad, das den Blick über List und den „Ellenbogen“ von Sylt erahnen lässt. Und genau da wollen wir hin. Zum Nördlichsten Punkt in Deutschland!

Riesenrad bei List auf Sylt
Riesenrad bei List auf Sylt© ferienwohnungen.de

Wir machen uns auf den Weg noch weiter in den Norden. Wortwörtlich. Nach kurzer Tour von List an den Ellenbogen, werden wir aufgehalten und müssen für die Fahrt in das Naturschutzgebiet Ellenbogen 6 € Maut zahlen. Der Urlaubär wusste gar nicht, dass es in Deutschland auch eine Maut für Pkw gibt. Aber auf Sylt ist alles anders und wir lachen die Angestellte in Ihrem Holzhäuschen freundlich an. Da wir das Ziel bereits vor Augen haben und wir uns dann hoffentlich eine Parkgebühr sparen, gönnen wir uns die 6 € um mit dem Auto an den nördlichsten Punkt Deutschlands zu kommen.
Wir nutzen die Mautstraße auf Sylt komplett aus und fahren den Ellenbogen entlang durch eine wirklich schöne Naturkulisse. An der Spitze kommen wir an einer Surfschule und einem Restaurant vorbei. Und am Ende der Strecke wartet ein großer Parkplatz. Ab hier geht es zu Fuß weiter die Dünen hinauf.

Die Maut hat sich gelohnt. Wir laufen den vorgesehenen Weg entlang und lassen uns von den Trampelpfaden leiten. Wir landen an der Spitze einer Düne, wo wir einen atemberaubenden Blick auf List, die dänische Insel Rømø das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer haben.

Am "Ellenbogen" von Sylt mit Blick auf Wattenmeer und Rømø
Am „Ellenbogen“ von Sylt mit Blick auf Wattenmeer und Rømø© ferienwohnungen.de

Der Strand am Ellenbogen lädt zum Verweilen ein. Das Baden ist wegen der starken Strömung und dem nicht überwachten Strand aber verboten. Trotzdem kann man die Ruhe und die Aussicht wirklich schön genießen, fern ab vom Trubel der Insel. Wir schießen noch einige Bilder um den Augenblick einzufangen und begeben uns auf den Rückweg in Richtung Süden.

Der Urlaubär am Leuchtturm von List
Der Urlaubär am Leuchtturm von List© ferienwohnungen.de

Immer wieder führen rechts von uns Wege in die Dünen und ans Wasser. Die Durchfahrt Richtung Süden ist wirklich schön und sollte jeder Besucher der Nordseeinsel einmal gemacht haben. Wir haben unser Ziel vor Augen: Westerland, die Hauptstadt von Sylt und der bevölkerungsreichste Ort der Insel. Hier brodelt das Leben. Eine große Einkaufsstraße, gesäumt von Cafés, Restaurants, Bars und einiger kleiner Discotheken.

Am Strand von Westerland
Am Strand von Westerland© ferienwohnungen.de

Das Leben in Westerland ist vielseitig und es fehlt wohl an nichts. Wir schlendern durch die breite Friedrichstraße. Die Friedrichstraße beginnt in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes und endet direkt am Strand von Westerland. Nach dem wir nach Überprüfung unserer Kurtaxe über die Treppe an die Promenade gelangen, sind wir beeindruckt von dem Panorama.
Strandkörbe, buddelnde Kinder, und die älteren unter uns, können ohne sich die Füße sandig zu machen über die gepflasterte Promenade stolzieren. Von hier aus beobachten wir nach einem Essen in einem der zahlreichen Restaurants, den wohl schönsten Sonnenuntergang den ich je gesehen habe.

In Westerland auf Sylt
In Westerland auf Sylt© ferienwohnungen.de

Nach einem schönen Tag machen wir uns auf dem Weg zu unserer Unterkunft.
Nach angenehmer Nachtruhe in einer Ferienwohnung werden wir von den zahlreichen Seevögeln geweckt.

Wir frühstücken und machen uns auf dem Weg ins Sylt Aquarium. Für 13,50 € pro Person bekommt man hier etwas geboten. Nicht nur die einheimische Unterwasserwelt, sondern auch die der warmen Gewässer und für Ihre knalligen Farben bekannten Fische können hier bestaunt werden. Unter anderem sind Nemo und Dorie aus dem Kinofilm „Findet Nemo“ zu bestaunen. Zwei Mal kommt man durch eine Gläserne Unterführung und kann hautnahe die Katzenhaie und anderen großen Fische beobachten. Auch die kleinen Tatzen des Urlaubär, dürfen, wenn er sich traut, die Tierchen einmal anfassen. In flachen Becken kommen uns die Rochen entgegen, die wohl auf etwas Essbares warten und sich dabei anfassen lassen. Nach der wirklich spannenden Tour durch das Sylt Aquarium, haben wir Durst und löschen diesen im Aquarium Café im Eingangsbereich. Hier können die Kids draußen spielen und die Eltern sich noch einmal vom Rundgang erholen.

Im Sylt Aquarium
Im Sylt Aquarium© ferienwohnungen.de

Unsere kurze Reise auf Sylt geht zu Ende.
Wir machen uns auf dem Weg zum Autozug der in unserem Fall von Westerland alle 30 Minuten fährt. Wir haben Glück und kommen auf den ersten Zug und müssen keine weitere halbe Stunde warten. Die letzte Reise geht los und unsere Blicke schweifen wieder über das Wattenmeer. Hier ist gerade Ebbe und man kann die Holzbuhnen sehen, die der Landgewinnung dienen. Nach der Ankunft in Niebüll fahren wir vom Autozug und machen uns auf den Heimweg.

Fazit

Sylt ist sehr vielseitig und bietet für die ganze Familie eine super Infrastruktur. Die Insel lebt vom Tourismus. Und darin ist die Insel geübt. Das sieht man dann am Ende des Tages auch in seinem Portemonnaie. Trotzdem ist es nicht die Insel der Schönen und Reichen. Jeder sollte Sylt erlebt haben. Und ich verstehe jetzt alle Stammgäste und die, die sagen „Sylt ist meine Perle“.

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