Biikebrennen in Nordfriesland

Biikebrennen in Nordfriesland

Die friesische Variante des Karnevals an der Nordseeküste

Biikebrennen ist ein Volksfest im schleswig-holsteinischen Landkreis Nordfriesland, das immer am 21. Februar (St. Petri-Tag) gefeiert wird. Seit Generationen ist das Abbrennen der „Biikefeuer“ Tradition auf dem Festland, den Inseln und den Halligen an der Nordseeküste von Schleswig-Holstein.

Tannenbäume ersetzen die brennende Tonne

Das Wort Biike kommt aus dem Friesischen und steht für ein Seezeichen (Bake) oder für ein Feuermal. Der Überlieferung nach brannte das Feuer zunächst an langen, bakenähnlichen Stangen. Noch um 1840 wurden die Feuer als brennende, mit Teer und Stroh gefüllte Tonnen auf einer Stange beschrieben. Heute sind große Feuerstöße üblich, die aber erst ab ca. 1850 entstanden.
Sie setzten sich auch deshalb durch, weil seit Ende des 19. Jahrhunderts auch in den Peseln – den guten Stuben der Nordfriesen – Tannenbäume aufgestellt wurden. Und diese bilden bis heute einen wesentlichen Anteil am Material eines Biikefeuers.

Böse Geister vertreiben

Der Ursprung des Festes ist unklar. Am wahrscheinlichsten ist aber, dass das Fest seinen Ursprung schon in heidnischer Zeit hat und das kommende Frühjahr begrüßen und die bösen Geister des Winters vertreiben soll.
Der Legende nach wurde auf diese Weise schon vor über 2.000 Jahren der Gott Wotan mit den „Opferfeuern“ gnädig gestimmt. Das ist aber eine freie Erfindung.
In manchen Dörfern wird sogar eine Strohpuppe mit der Biike verbrannt, die den Winter symbolisiert. Es wird aber auch vermutet, dass die Leuchtfeuer einen Leuchtturm darstellen sollen. Vielleicht entstanden die „Biikefeuer“ aus den primitiven Lichtbaken an den Stränden, die im 17. und 18. Jahrhundert den Seefahrern und Walfängern als Navigationshilfe dienten.

Biikefeuer in Nordfriesland
Biikefeuer in Nordfriesland© ferienwohnungen.de

In früheren Jahrhunderten richtete sich das Datum des Biikebrennen nach dem Beginn der Fastenzeit. Man könnte also von einer friesischen Variante des Karnevals sprechen. Erst im 19. Jahrhundert wurde der 21. Februar endgültig festgelegt.

Feiern und Essen

Heute brennen die Feuer am 21. Februar in bis zu 70 Gemeinden in Nordfriesland. Jedes Dorf und viele Gehöfte haben ihre eigenen Leuchtfeuer, von denen einige auch unmittelbar am Strand abgebrannt werden. Tausende von Menschen versammeln sich dann entlang der Nordseeküste, zunächst um die Feuer und dann bei der anschließenden Feier, in deren Mittelpunkt Aktivitäten wie Gesang oder Schauspiel stehen.

Zum Biikebrennen gehört traditionell auch ein zünftiges Grünkohlessen für die ganze Dorfgemeinschaft und in einigen Orten gibt es spezielle Arrangements für Feriengäste zum Biikebrennen. Besonders auf der Insel Sylt ist das Winterfest der Inselgemeinden inzwischen zu einer Attraktion für Touristen geworden.

Biikebrennen-Karte
Biikebrennen-Karte© ferienwohnungen.de

 

Unterkünfte für den Urlaub in der Nähe eines Biikebrennens

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